Schulsozialarbeit

 

 

 

1. Was ist Schulsozialarbeit?

 

Schulsozialarbeit ist ein Unterstützungs- und Beratungsangebot für alle Schülerinnen und Schüler sowie deren Erziehungsberechtigten und die Lehrkräfte. Sie versteht sich als Bindeglied zwischen Schule und Jugendhilfe. Schulsozialarbeit ergänzt den schulischen Erziehungs- und Bildungsauftrag durch einen eigenen Erziehungs- und Sozialisationsauftrag am Standort Schule und handelt nach den Bestimmungen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG/SGB VIII).

 

 

 

2. Arbeitsfelder

 

Die Arbeitsfelder der Schulsozialarbeit lassen sich in drei Säulen aufteilen:

a) Einzelhilfe und Beratung in individuellen Problemlagen

b) Sozialpädagogische Gruppenarbeit und Projekte

c) Vernetzung, Kooperation

 

a) Einzelfallhilfe und Beratung in individuellen Problemlagen

 

Schulsozialarbeit steht Schülerinnen und Schülern, Erziehungsberechtigten sowie Lehr-kräften als Ansprechperson in individuellen Lebens- und Problemlagen zur Verfügung. Diese können im schulischen oder im familiären Zusammenhang stehen. Schulsozialarbeit berät und begleitet, vermittelt und unterstützt im individuellen Prozess. Dabei sollen Ressourcen erschlossen und mögliche Lösungen gemeinsam gefunden werden. Verhaltensänderungen können angestrebt und eingefahrene Kommunikationsmuster gelöst werden. Der Vertrauensschutz spielt eine wesentliche Rolle. Ziel ist die individuelle Hilfe und Unterstützung, Befähigung und Ermutigung, Stärkung und Wertschätzung.

 

b) Sozialpädagogische Gruppenarbeit und Projekte

 

Schulsozialarbeit unterstützt Lehrkräfte in den Klassen durch verschiedene Angebote, z.B. bei der gemeinsamen Durchführung von Lehr- und Lernsequenzen in der Suchtprävention, im Umgang mit Aggressionen und Gewalt,… Dazu gehört auch die Unterstützung der Lehrkräfte bei schwierigen Klassensituationen und Klassenkonstellationen. Ziel ist die Schaffung eines angenehmen, respektvollen und gemeinschaftlichen Lernklimas.

 

c) Vernetzung, Kooperation und Gemeinwesenarbeit

 

Den wichtigsten Kooperationspartner der Schulsozialarbeit bildet die Schule. Hier soll eine gegenseitige Kultur des Informationsaustausches geschaffen und gepflegt werden. Des Weiteren vernetzt sich Schulsozialarbeit mit lokalen und regionalen Anbietern der Jugendhilfe. Kooperationen mit Vereinen, Einrichtungen und Dienstleistenden vor Ort und im näheren Umkreis vervollständigen den ganzheitlichen Ansatz. Ziel ist es, für die Kinder und Jugendlichen ein flächendeckendes, mehrdimensionales Hilfs- und Unterstützungsangebot, aber auch Freizeit-, Bildungs- und Berufsspektrum zu eröffnen. Schulsozialarbeit öffnet sich hier nach außen. Des Weiteren besteht eine starke Vernetzung der Profession Schulsozialarbeit unter sich. Im regelmäßigen fachlichen Austausch und in schulübergreifenden sozialen Projekten arbeiten Schulsozialarbeiter des Trägers eng zusammen. Schulsozialarbeiter arbeiten in verschiedenen Arbeitskreisen, Fach- und Vernetzungsgruppen mit und betreiben Öffentlichkeitsarbeit.

 

d) Offene Angebote

 

Schulsozialarbeit organisiert und führt vielfältige offene Angebote durch, welche den Interessen der Schüler und Schülerinnen entsprechen. Die Teilnahme ist freiwillig. Die Inhalte der Angebote werden nach Möglichkeit so gestaltet, dass eine aktive Mitarbeit der SchülerInnen stets möglich und auch notwendig ist. Ziel ist eine aktive und sinnvolle Freizeitgestaltung, in der Spaß und Geselligkeit ebenso hoch stehen wie das Ermöglichen von Partizipation, Verwirklichung eigener Interessen und soziales Lernen. Offene Angebote können im sozialen, kreativen, sportiven, musischen oder in anderen Bereichen liegen. Eine Zusammenarbeit mit internen oder externen Partnern ist nicht ausgeschlossen.

 

e) Teilnahme an Konferenzen und Veranstaltungen der Schule

Schulsozialarbeit ist eingebunden in schulische Gremien wie Gesamtkonferenzen, Dienstbesprechungen, Klassenkonferenzen, Fachbereiche und Arbeitsgruppen, Elternabende, evtl. Elternbeirat und Pädagogische Tage. Ziel ist eine ganzheitliche, umfassende Beteiligung und Versorgung der Schüler sicherzustellen.

 

 

 

3. Ziele und Methoden

 

Schulsozialarbeit verfolgt eine Vielzahl von Zielen, welche zum Einen für alle Arbeitsfelder gleich gelten können, sich jedoch auch stark individuell unterscheiden können. Allgemein gilt:

Schulsozialarbeit…

·         integriert Kinder und Jugendliche in soziale, schulische und gesellschaftliche Gefüge und regt Partizipation an.

·         stärkt das Selbstwertgefühl, das Selbstvertrauen sowie die persönlichen und sozialen Kompetenzen.

·         fördert individuelle Leistungs- und Handlungsfähigkeit.

·         unterstützt bei der Findung alternativer Handlungs- und Verhaltensmuster.

·         fördert eigenverantwortliches Handeln auf persönlicher und sozialer Ebene.

·         unterstützt Entwicklung positive und aktive Lebenseinstellung/Lebensweltkompetenz.

·         motiviert zur Mitarbeit und Selbsthilfe.

·         fördert den konstruktiven Umgang mit Konflikten.

·         vermittelt und lebt eine angemessene Kommunikationskultur vor.

·         stärkt und vermittelt Empathie, Toleranz und Reflektionsfähigkeit.

·         zeigt Unterstützungs- und Hilfsangebote auf und vermittelt.

·         leistet ganzheitliche soziale Arbeit, indem sie kontinuierliche, aufeinander aufbauende Angebote anbietet.

·         fördert ein positives Klassen- und Schulklima.

·         leistet Krisenintervention bei körperlicher und/oder seelischer Gefährdung.

·         bietet niederschwelliges Hilfeangebot für Kinder, Eltern und Lehrerinnen.

·         leistet Prävention bei potentiellen Jugendamtsfällen.

·         vermittelt zwischen Eltern, Schule und Jugendhilfe.

 

4. Grundsätze

 

Grundsätze der Schulsozialarbeit beschreiben grundlegende Prinzipien, nach denen die Fachkräfte in der täglichen Arbeit handeln. Diese sind:

• Beziehungsarbeit

• Prävention

• Ressourcenorientierung

• Prozessorientierung

• Methodenkompetenz

• Systemorientierung

• Vertraulichkeit

• Krisenintervention

• vorgegebene Vorgehensweise bei Kindeswohlgefährdung (§8a)

• Ganzheitlichkeit

• Freiwilligkeit

• Bedürfnisorientierung

 

 

 

5. Schulsozialarbeit an Grundschule Bad Sobernheim

 

An der Grundschule Bad Sobernheim ist eine Schulsozialarbeiterin mit insgesamt wöchentlich 21 Stunden eingesetzt. Getragen wird dieses Angebot von der Verbandsgemeinde Bad Sobernheim und dem Kreis Bad Kreuznach. Die Koordination liegt bei IB Bad Kreuznach.

Die Schulsozialarbeiterin bietet in Bad Sobernheim an:

a) Einzelfallhilfe

b) Beratung, Krisenintervention

c) klassenstufenspezifische Angebote

d) Vernetzung, Kooperation

e) Sonstiges

f) Sprechzeiten und Kontakt

Das Büro der Schulsozialarbeit ist nicht permanent besetzt. Gespräche können jederzeit telefonisch oder per Email vereinbart werden. Darüber hinaus können Nachrichten im Schulsozialarbeiterbriefkasten hinterlassen werden

 

 

 

6. Vertraulichkeit

 

Inhalte von Beratungsgesprächen werden grundsätzlich vertraulich behandelt. Es besteht eine gesetzlich geregelte Schweigepflicht. Ausnahmen sind nur mit ausdrücklicher Zustimmung der/des Betroffenen möglich oder bei Gefährdungssituationen. Ob ein Gefährdungsfall vorliegt oder nicht, wird mithilfe kollegialer Fallbesprechungen abgeschätzt, wobei die betreffenden Personen anonymisiert werden (§8a).

 

 

 

8. Qualitätssicherung

 

Schulsozialarbeit steht im ständigen fachlichen Austausch mit KollegInnen aus der Sozialarbeit und Sozialpädagogik. Des Weiteren stehen bei spezifischen Frage-stellungen psychologische Fachleute durch den Träger zur Verfügung. Die Schul-sozialarbeit arbeitet regelmäßig in Qualitätszirkeln und Vernetzungsgruppen mit. Hinzu kommt eine regelmäßige Supervision. Hier werden beispielsweise aktuelle Fälle besprochen und Qualitätsstandards erarbeitet.

Die Arbeit orientiert sich an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen, Eltern, Lehrern und der Schule. Regelmäßig sollen deshalb die Bedürfnisse abgefragt und in Konzepte eingearbeitet werden. Dem regelmäßigen Austausch zwischen Schulleitung und Schulsozialarbeit kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu.

 

 

 

9. Weiterbildung

 

Die Schulsozialarbeit sieht es als selbstverständlich an, Fähig- und Fertigkeiten sowie Kenntnisse auf dem aktuellen Stand zu halten. Hierzu werden Fachtage, Tagungen und Fortbildungsveranstaltungen besucht. Diese werden bei Relevanz vom Träger getragen.

 

 

 

Grundschule
Bad Sobernheim

 

Münchwiesen 41
55566 Bad Sobernheim

 

Telefon: (0 67 51) 85559-0
Fax:      (0 67 51) 85559-14

Email: 

info@gsbadsobernheim.de

 

Öffnungszeiten Sekretariat:

Mittwoch und Donnerstag

von 09:00 Uhr bis 11:30 Uhr


Leitung:
Klaus Lunkenheimer